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Fasching

Wenn der Winter sich seinem Ende zuneigte, wurden weitere Feste gefeiert, auf die sich alle riesig freuten, vor allem auf das Faschingsfest am Aschermittwoch.
Gelegentlich des Namensfestes der Maria am "Maria-Tag" kamen alle Männer und Frauen aus der Nachbarschaft beim Altnachbar oder Nachbarvater zu einem allgemeinen "Richttag" zusammen. Er war in seinem ersten Teil eine ernste Amtshandlung, ohne besonderen Grund durfte keiner der Nachbarn fehlen.
Im zweiten Teil der Tagesordnung wurde über die bevorstehende Faschingsfeier gesprochen, insbesondere wurde beschlossen, was gekocht, gebraten, gebacken und getrunken wurde. Für den Wein war der Alt- bzw. Jungnachbar zuständig; diese mussten Sorge tragen, dass guter und vor allem genügend Wein für die ganze Nachbarschaft und für die gesamten närrischen Tage zur Verfügung stand.
"Aschermittwoch" wurde bis zum Zweiten Weltkrieg so gefeiert, wie er fiel; nach dem Krieg wurde diese Regel geändert, weil sehr viele Nachbarschaftsmitglieder in staatlichen Betrieben tätig waren. Die Behörden ließen traditionelle Brauchtumsfeste an "Werktagen" nicht zu, somit konnte nur am Wochenende gefeiert werden. Daher trafen sich dann am Freitag- und Samstagmorgen mehrere Frauen bei der Altnachbarin, um die Speisen (Schweinebraten, Gulasch) vorzubereiten und die berühmte "Hanklich", den Nuss- und Eierstrudel zu backen. Die gesamten Zutaten wurden von den Nachbarinnen mitgebracht.
Am Samstag Abend fand sich dann die gesamte Nachbarschaft beim Altnachbar ein, der seine Wohnung für das Fest bereitstellte. Es wurde gegessen, getrunken, getanzt und gelacht, bis in die frühen Morgenstunden.
Den Höhepunkt der Fassnacht bildete allerdings der am Sonntag stattfindende Faschingsumzug durch die Gemeinde. An diesem Tag war alles auf den Beinen, was laufen konnte; die größte Begeisterung war unter den Kindern zu verzeichnen. Jede Nachbarschaft versuchte, irgendein Programm vorzubereiten und dieses bei den übrigen Nachbarschaften vorzuführen; an diesem Tag wurden die Lachmuskeln vieler Zuschauer arg strapaziert. Zurückgekehrt ins Haus des Nachbarvaters, feierte man natürlich weiter. Von der "Hauptveranstaltung" übrig gebliebene Speisen und Getränke wurden bei der Nachfeier am Abend restlos verzehrt. Dieses Fest - als gesellschaftliches Ereignis - hat sich erwiesenermaßen den meisten der daran Beteiligten tief ins Gedächtnis eingeprägt.



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