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13. Kleinscheuerner Treffen 2008

Das 13. Kleinscheuerner Treffen fand fast schon traditionell am 27. September 2008 in der Giengener Festhalle statt. Die Türen der festlich geschmückten Stadthalle waren ab 11 Uhr geöffnet. Schon um 10 Uhr hatte der Vorstand zu einem einleitenden Gottesdienst in die benachbarte evangelische Stadtkirche geladen.

Den Gottesdienst mit siebenbürgischer Lithurgie hielt Pfarrer i.R. Kurt Fabritius aus Steinheim, begleitet an der Orgel von Martin Benning. Klangvolle Unterstützung gab es dabei vom Kleinscheuerner Chor, unter der Leitung von Georg Rill aus Heidenheim, aber auch die etwa 80 Gottesdienstbesucher aus Nah und Fern sangen kräftig mit. Der Chor umrahmte den Gottesdienst mit den Liedern „Schönster Herr Jesu“ und „Lobt froh den Herren“, die schon zum Standardprogramm des gemischten Chores, bestehend aus 25 Sängerinnen und Sängern, gehören. In etlichen Proben wurden aber auch neue Lieder einstudiert, was im weiteren Verlauf der Veranstaltung eindrucksvoll unter Beweis gestellt werden sollte.
In seiner Predigt schilderte  Pfarrer Fabritius Eindrücke und Erinnerungen an einen Besuch in der alten Heimat im Sommer 2008, und verglich das Schicksal der Siebenbürger Sachsen mit dem des Volkes Israel, während und nach seiner Gefangennahme in Ägypten. Am Beispiel der Finanzkrise mahnte er an, Gottes Gebote nicht zu übertreten, da sonst die Folgen verheerend sein könnten. Einen Auszug seiner Predigt haben wir in diesem Boten abgedruckt.

Anschließend wurde in der Festhalle ein Mittagessen angeboten, dem vor allem die weitgereisten Besucher des Treffens zusprachen, ehe ab 14 Uhr ein reichhaltiges kulturelles Programm seinen Anfang nahm.
Zu Beginn begrüßte der 1. Vorsitzende der Heimatortsgemeinde Kleinscheuern, Stefan Schuster, alle Anwesenden, im Besonderen die Ehrengäste und den Vertreter der lokalen Presse. Seine Ansprache stand unter dem Motto „Brücken über Grenzen“. Dabei  stellte er die Frage, ob man sich als Kleinscheuerner, als Siebenbürger  bis zur Selbstverleugnung anpassen sollte, oder trotz der erfolgreichen Integration doch bleiben sollte was man ist: ein Siebenbürger Sachse. Er stellte fest, dass unsere Kultur zum gesamtdeutschen Erbe gehört, weshalb es auch Aufgabe der Länder und des Bundes sei diese zu pflegen.
Im weiteren Verlauf seiner Ansprache prangerte Stefan Schuster das sozial ungerechte deutsche Rentensystem an, dass die jungen, leistungsfähigen Siebenbürger gerne als Beitragszahler in Anspruch nimmt, deren Eltern aber teilweise als Empfänger von Leistungen ausgrenzt. Um diese Ungerechtigkeit zu beseitigen, dürften keine Anstrengungen zu hoch sein.
Zur Mitgliederentwicklung äußerte er sich dahingehend, dass von den 551 Mitgliedern eine Mehrzahl das sechzigste und sogar das siebzigste Lebensjahr überschritten hätte, und im Bereich der 20-40 jährigen großer Nachholbedarf  bestehe.
Leise Enttäuschung klang bei Stefan durch, als er über die verkauften und noch vorhandenen Heimatbücher berichtete. Trotz beeindruckender Qualität, gerade auch im Vergleich zu andern Büchern dieser Art, konnten erst knapp die Hälfte der 700 Exemplare verkauft werden. In diesem Zusammenhang meinte er, dass bald nur noch in Büchern zu lesen sei, was einst Gemeinschaft und Heimat in Siebenbürgen und vor allem in Kleinscheuern war.
Einen bemerkenswerten Erfolg verzeichnet dagegen die Kleinscheuerner Homepage, die von Tausenden Internetbenutzern weltweit besucht wurde.
Abschließend stellte Stefan den neuen Vorstand vor, der zwei Wochen zuvor bei der Hauptversammlung gewählt worden war. Einige Positionen des Gremiums wurden neu besetzt, drei Mitglieder des alten Vorstands traten aus beruflichen oder privaten Gründen zurück.
Für 15jährige Mitgliedschaft wurden anschließend sage und schreibe 142 Mitglieder mit der Ehrennadel in Bronze geehrt. Für langjährige Tätigkeit in Vorstand und Chor erhielten fünf Mitglieder die Ehrennadel in Silber.

Nach den Ehrungen eröffnete der Chor mit den Liedern „Siebenbürgen, Land der Ahnen“, und „Glocken der Heimat“ das kulturelle Programm unseres Heimattreffens; dazu erklangen vom Band die originalen Töne der Kleinscheuerner Kirche (siehe obiges Bild).
Ebenfalls gesangliche Einlagen boten die Geschwister Ann-Kathrin und Michael Benning mit „Ech stond do iwen afem Rech“ und „Do derhim en easem Gorten“.
Reichlich Applaus spendeten die etwa 650 Besucher aus allen Teilen Deutschlands auch für „Oh schöne Zeit ,oh sel´ge Zeit“ und „Lebet wohl ihr schönen Tage“, erneut zelebriert vom Chor, ehe man gemeinsam „Mer wellen bleiwen wat mer sen“ sang, übrigens ganz im Sinne von unserem Vorsitzenden, wie er in seiner vorangegangenen Ansprache aus voller Überzeugung bekräftigte.
Eine außergewöhnliche Idee hatte Katharina Lutsch, die mit ihrer 43 Teilnehmer umfassenden „Modenschau“ Jung und Alt begeisterte, vor allem aber den jüngeren Besuchern Bräuche, Gepflogenheiten und natürlich Trachten aus der alten Heimat Kleinscheuern nähergebracht haben dürfte.
Die Show war ein großer Erfolg, hierzu gibt es noch einen eigenen Bericht.

Ein weiteres Highlight durfte unsere Moderatorin Heidi Städter gegen Ende der Beiträge ansagen: die Kindertanzgruppe(n) unter der Leitung von Helga Schuster und Gwendoline Onghert-Renten. Zwanzig Trachtenpaare, unterteilt in kleine Gruppe und große Gruppe, wurden am Anfang namentlich aufgerufen und vorgestellt, ehe sie mit ihren Trachten und ihrem Können die Festbesucher zu jubelndem Applaus hinreißen konnten.

Die 40 kleinen Tänzerinnen und Tänzer, im Alter von 5 bis 14 Jahren, machten daraufhin begeistert beim „Aufmarsch“ mit, natürlich gemeinsam mit den zahlreichen restlichen Trachtenträgern. Nach dem „Aufmarsch“, der übrigens schon von der Musikgruppe „Star“ begleitet wurde, sang man nochmals gemeinsam, diesmal die Hymne aller Sachsen „Siebenbürgen Land des Segens“. Stefan Schuster dankte allen Verantwortlichen für das umfangreiche Programm, sowie allen Helfern die beim Organisieren der Veranstaltung und beim Schmücken der Festhalle beteiligt waren, hier namentlich genannt Susanna und Johann Lederer aus Heidenheim.
Wie auch bei den letzten Treffen, wurden auch diesesmal im Foyer Attraktionen ausgestellt und angeboten. Neben Zeichnungen bzw. Radierungen von Franziska Rill sowie Melanie Melzer sind die wunderschönen, lebensechten Malereien von Maria Rill  hervorzuheben. In vielen Stunden aufopferungsvoller Arbeit hatte sie etliche unserer Mitglieder, aller Altersgruppen, in Kleinscheuerner Tracht auf die Leinwand gezaubert.
Zum Verkauf angeboten wurde weiterhin unser Heimatbuch, sowie ein neu aufgelegter, zeitloser Geburts- und Namenstagskalender, dieses mal mit Bildern unserer Modells aus der Trachtenschau. Für weitere Abwechslung sorgte das Kinderschminken mit Tanja Schetkat aus Steinheim, welches naturgemäß von den Mädels in Anspruch genommen wurde.
Die vorhin erwähnte Tanzkapelle „STAR“ spielte ab 17 Uhr bis nach Mitternacht zum Tanz auf.

Die überwiegende Meinung der Teilnehmer zu unserem diesjährigen Kleinscheuerner Treffen war sehr positiv, es war ihrer Meinung eine  gelungene Veranstaltung, man hörte sogar Stimmen, die vom schönsten aller Kleinscheuerner Treffen überhaupt sprachen. Das ist natürlich eine Motivation für den Vorstand, sich weiterhin anzustrengen solch schöne Heimattreffen zu veranstalten.

Martin Benning - Steinheim



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