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Pfingsten

Fünfzig Tage nach Ostern wurde Pfingsten gefeiert, ein nicht minder schönes Fest, das im Laufe der Zeit ein herausragender Sammelpunkt aller Mai- und Sommerfeste wurde. In Kleinscheuern war es vor dem Zweiten Weltkrieg üblich, dass zwei Gruppen der Bruderschaft zuständig waren für das "Birkenbringen". Jede Gruppe fuhr mit einem von einem Sechser- Gespann gezogenen Wagen in den Wald, um die in der Regel bereits am Freitagnachmittag gefällten Birken in die Gemeinde zu bringen. Kleinscheuern hatte viel Mischwald, und so war es nicht immer leicht, in dem von der Gemeindeverwaltung zugewiesenen Waldstück auch schöne Birken zu finden. Später, in der Nachkriegszeit, als die Bruderschaft verboten war, waren meist junge Burschen für das "Birkenbringen" zuständig. Vor jedem Haus, in dem Mädchen oder Burschen in jugendlichem Alter wohnten, wurde ein Birkenpaar aufgestellt. Es war eine recht mühsame Arbeit und keinesfalls ungefährlich, weil die jungen Burschen mit der Holzfällerarbeit zu wenig vertraut waren; zudem waren die Jugendlichen übermütig, und keiner wollte sich vor den Kameraden eine Blöße geben. Die während der Nacht und bis zum Morgengrauen aus dem Wald geholten Birken mussten an die richtigen Häuserfronten verteilt werden. Am Nachmittag des Pfingstsamstags wurden dann die Birken "paarweise" vor den Häusern in den Boden gerammt. Die Arbeit geschah in mehreren Arbeitsgängen, wobei jeweils zwei Mann für einen Arbeitsgang zuständig waren. Von jeder Familie, vor deren Haus Birken aufgestellt wurden, erhielten die jungen Männer eine Geldspende, Kuchen und Getränke. Am Abend glich die Straße einer zauberhaften Allee, und der frische Birkenduft breitete sich über dem ganzen Dorf aus.
In der Kirche wurde eine große Birke an der Decke befestigt, die bis zu den Bänken herabhing. Altar, Kanzel und Taufbecken wurden mit frischen Birkenzweigen geschmückt. Vor 1945, als mitten in der Gemeinde noch der so genannte "Tanzplatz" (Tanzschuppen) stand, wurde auch dieser mit Birken geschmückt, je eine Birkenkrone wurde im Inneren über der Tanzfläche und über der Bühne, auf der die Musikkapelle spielte, befestigt. Am Pfingstsonntag fand der Festgottesdienst statt. Am Pfingstmontag nachmittags gab es eine Tanzunterhaltung, allerdings nur für die Jugend, wobei es immer sehr viele Zuschauer gab. Der Pfingstdienstag war eigentlich ein normaler Arbeitstag, aber für die Jugend war mittags schon Feierabend, denn um 13 Uhr begann schon wieder eine Tanzunterhaltung, die bis in die späten Abendstunden dauerte. Die Feierlichkeiten beschränkten sich in der Nachkriegszeit meistens nur auf den Pfingstsonntag. Am Abend fand der Pfingstball statt, in dessen Verlauf die Birkenbringer mit einem Ehrentanz gewürdigt wurden. Am Nachmittag des Pfingstmontags, wenn das Wetter es erlaubte, feierte die Jugend, vor allem die Birkenbringer mit ihren Freundinnen, am Waldrand bei Grill und Bier lustig weiter.



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